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Pro Evolution Soccer 6

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 Spiel-Infos: Pro Evolution Soccer 6
Pro Evolution Soccer 6 Boxart Name: Pro Evolution Soccer 6 (PAL)
Entwickler: Konami
Publisher: Konami
Erhältlich seit: 26. Oktober 2006
Genre: Sport - Fußball
Spieler: 1-4
Features:
HDTV 16:9, Dolby Digital 5.1, Xbox Live

Was war das nicht für ein Sommer… Die Nation befand sich im kollektiven Rausch und feierte zusammen mit Menschen aus aller Welt eine berauschende Fußball-Weltmeisterschaft, wie man sie noch lange in Erinnerung behalten wird. Plötzlich war fast jeder Deutsche auch Fan von Klinsmanns Mannen samt seiner als (für unsere Verhältnisse) revolutionär gefeierten Offensiv-Philosophie. Nun liegt dies alles schon Monate zurück und die Sehnsucht nach mehr ist zurückgeblieben. Aber nicht nur deswegen gestaltete sich das Warten auf Pro Evolution Soccer 6 als (viel zu) lange. Denn mit dem neusten Teil von Konamis meisterlicher Kickerreihe für die Xbox 360 feiert diese ihr Debüt auf einer Konsole der neuen Generation und das für dieses Jahr auch noch exklusiv für die Microsoft-Konsole, wobei wir Europäer dank fehlender PlayStation 3 sowieso keine andere Alternative hätten, möchte man auf den Next-Gen-Kick nicht verzichten. Die große Frage ist, ob auch dieses Jahr wieder gilt: Der König ist tot, lang lebe der König?

Gähnende Leere auf der Disc
Nachdem man einen entzückten Blick auf die saubere und moderne Optik des Hauptmenüs legen durfte, geht es auch zügig an die Frage: Was bietet PES 6 auf der Xbox 360 an Auswahl? Die alten Bekannten in Form des Einzelspiels, der Meister-Liga und Liga und des Pokalspiels sind auch dieses Jahr wieder vertreten. Ebenso wie der Trainingsmodus, womit wir schon zum ersten Kritikpunkt kommen, der den Tenor für fast alle weiteren Mankos vorgeben wird. Im Gegensatz zur PlayStation 2 oder PC Version blieb vom Trainingsmodus lediglich das blanke Gerüst übrig. Die motivationsfördernden Aufgaben im Training wurden kurzerhand entfernt, womit vor allem Anfänger im Nachteil sind. Standartsituationen wie Eckbälle oder Freistöße können immer noch trainiert werden, dies jedoch ohne Anleitung zur Verfeinerung der Technik. Auch nicht zu vergessen sind die freispielbaren Belohnungen wie neue Stadien im (ebenfalls wegrationalisierten) Shop, die damit natürlich ebenfalls Geschichte sind. Wobei es sowieso nur magere acht Stadien gibt – im Vergleich zu den über 30 Stadien der anderen Versionen des Spiels. Ebenfalls schwer von nicht akzeptablen Kürzungen betroffen ist der Editmodus. Bekanntlich mussten die Spieler der deutschen Bundesliga aus lizenzrechtlichen Gründen entfernt werden, lediglich der FC Bayern ist (ohne Torhüter Oliver Kahn) vertreten. Das ist bedauerlich, auch wenn die Reihe für ihre fehlenden Lizenzen bekannt ist, aber wozu gibt es den Editmodus, mögt ihr euch in diesem Moment denken. Nun folgt aber der nächste Hammer, denn auch dieser wurde bis auf lachhaft wenige Einstellungsmöglichkeiten beschnitten. Um auf den Punkt zu kommen, dürfen einzig der Name und die Ausprägung der Fähigkeiten verändert werden – das war’s auch schon.
Die unbekannt Verzogenen
Tut mir Leid, aber wir sind noch nicht am Ende unserer heutigen Tour der Leiden angelangt, denn Konami beschenkte die PlayStation 2 und PC Version mit zwei zusätzlichen Modi, die in der Xbox 360 Vermurksung, ihr ahnt es, gleich gänzlich mit Abstinenz glänzen. Im „Überraschungsspiel“ werden Spieler der anderen Versionen des Titels nach der Auswahl eines Kontinents mit einem zufällig ausgewählten Kader ausgestattet, mit dem sie gegen eine ebenfalls von Fortuna bestimmten Mannschaft antreten müssen. Noch schmerzlicher wiegt der Verlust der „Internationalen Herausforderung“, bei der Konami den Spieler in die Rolle eines Trainers steckt, der für nichts anderes als die Nationalmannschaft verantwortlich ist. Nach der Qualifizierung  für eine Meisterschaft geht es dann ins entsprechende Turnier und mit dem Gewinn macht ihr euch einen Namen auf dem internationalen Parket, bis ihr schließlich gegen die besten Mannschaften der Welt antreten müsst. In Anbetracht der sonst so auf Perfektion achtenden Entwickler sind diese ganzen Einschränkungen und Kürzungen vollkommen unverständlich. Anscheinend sind die Entwickler an vielen Stellen nicht rechtzeitig fertig geworden. Den Käufer kümmert das wenig, er erwartet mehr, viel mehr von einem PES und erst recht für den Next-Gen Ableger.
 Autor:
Oliver Sautner
Testbericht
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Leserwertung:
6.2