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Ghost Recon: Advanced Warfighter

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 Spiel-Infos: Ghost Recon: Advanced Warfighter
Ghost Recon: Advanced Warfighter Boxart Name: Ghost Recon: Advanced Warfighter (PAL)
Entwickler: Ubisoft
Publisher: Ubisoft
Erhältlich seit: 09. März 2006
Genre: Shooter - Taktik
Spieler: 1 - 16
Features:
HDTV 16:9, Dolby Digital 5.1, Xbox Live Multiplaye
Nur wenige Themen sind in den Berichterstattungen der modernen Medien von so kontinuierlicher Präsenz wie die weltweite Anti-Terror Bekämpfung. Diese Forcierung ist vor allem in den US-amerikanischen Medien zu verzeichnen. Die nicht immer objektiven Beiträge und das andauernde Engagement, ob nun, was die Mittel und Motive anbelangt gerechtfertigt oder nicht sei dahingestellt, haben den Vereinigten Staaten von Amerika schnell den zynischen Titel der Weltpolizei eingehandelt. Ein unvermeidbarer Nebeneffekt dieser Präsenz ist, dass auch das Militär und die Rüstungsindustrie zunehmend in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses rücken. Dies spiegelt sich auch in den Spiel-Veröffentlichungen der letzten Quartale und in den Ankündigungslisten der Publisher wieder. Ein nicht zu unterschätzendes Problem bei der Konzeptionierung eines solchen Spiels ist der unflexible Rahmen, wenn man sich an Fakten halten muss.
Ghost Recon: Advanced Warfighter für Xbox 360Ubisoft hat diese Problematik in Ghost Recon: Advanced Warfighter erkannt und mit einem simplen, aber nichts desto trotz effektiven, Schachzug umgangen: Das Spiel handelt im Jahr 2013. Dieses recht zeitnah gewählte Datum gewährleistete dem Entwicklerteam einen gewissen Freiraum bei ihrer Interpretation der zukünftigen Kriegsführung ohne jedoch zu futuristisch, und damit unglaubwürdig zu werden sowie die Aktualität der Inhalte zu gefährden. Das Resultat ist ein, soviel einmal vorweg genommen, äußerst wohltuender Cocktail aus einer realistischen Vision futuristischer Kriegsführung und hochaktueller Anti-Terror Thematik.
 
Ghost Recon: Advanced Warfighter ist bereits der dritte eigenständige Titel der erfolgreichen Tom Clancy Franchise von Ubisoft, bleibt aber ein Unikat, oder sollte man schlicht und ergreifend behaupten es ist einfach nur Next-Gen? Eine Antwort auf diese Frage darf sich der geneigte Leser nach eingehender Studie des Spiels gerne selbst beantworten. Klar ist, dass sich G.R.A.W sehr deutlich von seinen älteren Brüdern aus der Current Generation distanziert und vieles anders und, für einen Nachfolger nicht selbstverständlich, besser macht. Die beeindruckende technische Seite des Spiels trägt zwar ihren Teil dazu bei, aber den Unterschied machen andere, für sich genommen völlig unscheinbare Aspekte aus, die zu einem begeisternden Gesamtbild beitragen. Das beste Beispiel ist das CrossCom-System, für euer Team werden alle relevanten Daten auf eine art Monokel direkt in das Sichtfeld der Soldaten projiziert. Gegner werden nach Sichtkontakt rot markiert, euer Team und Marschbefehle werden durch türkise Markierungen kenntlich gemacht, und alles was euch sonst wohlgesonnen ist kommt in Grün daher. Die Markierung der Gegner macht in diesem Falle allerdings auch großen Sinn, da ihr sie erstens ohne das System oft  gar nicht erst entdecken könnt, was  wohl ein unvermeidliches Übel ist, bei realistischer Farbgebung und intensivem Einsatz von Schatten, und zweitens werden erspähte Gegner nicht nur in eurem Sichtfeld, sondern auch auf der abrufbaren taktischen Karte markiert. Dies ist besonders praktisch wenn ihr beispielsweise mit einem feindlichen Panzer hadert. Oft kommt es im Spiel  vor, dass euer Team durch Unterstützungseinheiten ergänzt wird. Diese könnt ihr manuell befehligen, die Palette reicht vom ordinären Panzer über APC’s bis hin zu Kampfhubschraubern und simplen Drohnen. Gebt ihr also beispielsweise einem AH64-Apache-Kampfhubschrauber den Befehl, einem  Panzer ordentlich einzuheizen, ist dieser wenige Sekunden später nur noch ein brennender Haufen Schrott und ihr könnt euren Weg vorerst fortsetzen.
Ghost Recon: Advanced Warfighter für Xbox 360Da sich die Befehle auch aus sicherer Deckung über die taktische Karte geben lassen, wird dieses System euch euer Leben ein ums andere Mal deutlich erleichtern oder es gar retten. Für eure virtuellen Schützlinge hat diese Facette der futuristischen Kriegsführung also tatsächlich einen existenziellen Charakter, für den Spieler hat CrossCom allerdings noch eine weitreichendere Bedeutung. Es ist nicht nur ein gewöhnliches HUD, sondern fest in das Spielgeschehen integriert, es ist essenziell für die Spielerfahrung und steht nicht wie üblich zwischen dem Spielgeschehen und dem Spieler wie eine Art Trennwand, auf diese Weise scheint einem das Spielgeschehen näher zu rücken, was unter dem Strich eine deutliche Intensivierung des Spielgefühls mit sich führt. Und ist es nicht eigentlich das, was wir uns wirklich von Next-Generation Titeln wünschen?
 Autor:
Henrik Zenses
Testbericht
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Leserwertung:
8.4