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Far Cry 3: Blood Dragon

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Neonfarben und glänzendes Metall
Optisch entspricht das Spiel dem Setting. Leuchtende Neonfarben treffen auf eine brennende Skyline am Horizont und Blitze am Himmel; ein Filter lässt das Geschehen aussehen als befände sich eine alte VHS in der Konsole. Sehr stimmig! Dass ihr euch auf einer Insel befindet vergesst ihr jedoch schnell, da die mangelnde Weitsicht kaum weiter als 100 Meter freie Sicht gewährt. Das kann stellenweise doch recht irritierend wirken. Auch fehlt es dem Spiel an optischer Variation. Nicht nur die Garnisonen gleichen einander, auch der Spielwelt fehlt es an erinnerungswürdigen Orten. Obwohl die Insel nicht besonders groß ist, hat man ohne Inanspruchnahme der Karte keinerlei Orientierung. Man läuft von einem Zielort zum anderen und würdigt der Umgebung keines Blickes. Als Gegner stellt euch Ubisoft eine Klonarmee entgegen, deren Uniformen und Helme keinen Charme versprühen. So zeigt die Optik einen guten Ansatz, der jedoch nicht ganz zu Ende gebracht wurde. Der Synthesizer-Soundtrack des Spiels untermalt die Gefechte passend. Ein Highlight ist jedoch die Sprachausgabe, welche das kitschige Flair gelungen einfängt. Die Dialoge sind herrlich überzogen geschrieben und eingesprochen.

Die Definition von Wahnsinn
"Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten." Es ist schon fast ironisch, dass dieses Zitat aus Far Cry 3 sehr gut auf Blood Dragon passt, denn viel geändert hat Ubisoft Montreal an der altbekannten Formel nicht. Noch immer streift ihr auf einer tropischen Open-World-Insel umher, befreit feindliche Garnisonen und entledigt euch der gegnerischen Fauna. Zugegeben: Diese Formel hat zuvor funktioniert und sie tut es noch immer. Das entschuldigt allerdings nicht, dass über dieses Konzept lediglich eine andere Optik gestülpt wurde, ohne das Gameplay anzupassen. Die Tierwelt wurde beispielsweise einfach übernommen und mit einer glänzen Metalllegierung überzogen. Diesmal wird sie jedoch als Cyber-, Robo- oder Mutanten-Version präsentiert. Bei den Fahrzeugen hat man nicht einmal diese Mühe gemacht. Hier wäre definitiv Luft nach oben gewesen. Als Neuzugang werden lediglich die Blutdrachen eingeführt, die auf der Suche nach Futter über die Landschaft streichen. Diese mutierten Echsen sehen nicht besonders gut, aber hören dafür umso besser. Rennt ihr also unvorsichtig an ihnen vorbei, ändern sie ihre Farbe von grün zu rot. Jeder Videospieler weiß: Das bedeutet Gefahr! Entweder stürmen die schuppigen Ungetüme jetzt auf euch zu, oder sie stellen sich auf die Hinterbeine und feuern ihren vernichtenden Laserstrahl ab. Gerade zu Beginn des Spiels und sobald die Tiere in Gruppen auftreten, stellen sie selbst für geübte Spieler eine echte Herausforderung dar. Den empfindlichen Punkt auf ihrem Bauch zu treffen ist nämlich nicht einfach. Zum Glück schmecken den Blutdrachen aber auch Sloans Omega Force-Soldaten. Habt ihr genügend Cyber-Herzen aus erledigten Gegnern gerissen, könnt ihr diese nutzen, um die Drachen in feindliche Garnisonen zu leiten. Um das Einnehmen des Kontrollpunktes zu beschleunigen, schleicht ihr euch durch den Hintereingang der Basis. Hier wird zunächst der Alarm deaktiviert, um daraufhin Gegner mit Steinen abzulenken und mit einem gezielten Pfeil zu erledigen. Yeah! Far Cry 3-Veteranen fühlen sich gleich heimisch. Weitere optionale Missionen beschränken sich auf das Sammeln von allerlei Gegenständen, Geiselrettungen oder Jagdmissionen. Apropos: Zwar könnt ihr eure Waffen erneut an der Tierwelt testen, doch gibt es diesmal keine besondere Belohnung dafür. Die Verbesserung eures Equipments läuft nun größtenteils über Sidequests in befreiten Garnisonen. Das Skillsystem wurde ebenfalls massiv gekürzt. Mit dem Levelanstieg wird nun automatisch eine neue Fähigkeit freigeschaltet, ohne dass ihr die Wahl habt. Angesichts der übermenschlichen Fähigkeit die Colt bereits von Beginn an hat, ist dieses System aber vollkommen redundant. Wir waren nie motiviert uns zu verbessern.
 Autor:
Robert Stotzem
Testbericht
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