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Jagdfieber - Leserwertungen

 Leserwertungs-Überblick:
Leserwertungen vorhanden: 1
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Leserwertungsschnitt: 6
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Leserwertung von deescalator
[16-08-2008 19:42] 
Spiess einmal umgedreht

Na ja, der X-Box 360 Titel “Jagdfieber” ist wieder einmal so ein Spiel, bei dem ich jedem nur raten kann, es sich von Freunden oder aus der Videothek auszuleihen, allein ein Blick aufs Cover macht deutlich, was uns hier erwartet und wer offensichtlich als Zielgruppe auserkoren wurde. Anders als eigentlich zu vermuten, betrachten wir die Jagd aus der Sicht der Tiere, der Spiess wird also umgedreht. In diesem Actionadventure, man mag in Sachen genauer Genrebezeichnung gerne streiten, sind wir auf der Seite der in freier Wildbahn lebenden Tiere, die ihrerseits Jagd auf die Menschen machen. Der riesige Grizzly namens Boog, eigentlich eher zahm als wild, hat sich verirrt. Schuld daran ist der doch ziemlich sture Hirsch Elliott. Und das auch noch kurz bevor die Jagdsaison beginnt, was das Leben unseres Grizzlies erheblich in Gefahr bringt. Auf seinem anfangs verzweifelten Irrweg in Richtung heimische Gefilde macht er die Bekanntschaft zahlreicher Waldbewohner und fragt sich mit zunehmender Spiedlauer, wieso man eigentlich vor den Menschen auf der Flucht sei, diese zur Jagd doch eigentlich gar kein Recht haben. Stimmt ja auch irgendwo, klar ist daher: die Sympathien sollen eindeutig bei den Tieren liegen. Also gilt es, gemeinsam stark zu sein und die fiesen Menschen in die Flucht und vor allem komplett aus dem Waldgebiet zu verscheuchen. Klar ist, dass wieder einmal ein Animations-Kinofilm die Grundlage dieses Videospiels darstellt (was fast schon als Seuche bezeichnet werden kann, da lieblose Umsetzungen oft der Regelfall sind!) und man auf diese bequeme Art und Weise vor allem Kinder und deren Eltern zum Kauf locken will.

Zu Beginn des Spiels wachen wir dann also jedenfalls als Boog auf, anfangs noch als zahmes Haustier gehalten. Gehorsam steigen wir auf den Pickup unserer Herrin Beth auf und fahren mit ihr in die Stadt. Als wir Elliott am Pickup eines anderen Menschen gefesselt vorfinden, befreien wir diesen aus seiner entsetzlichen Lage und werden uns bewusst, dass es so mit den Tieren nicht weitergehen kann. Es muss dringend etwas getan werden, um die egoistischen Menschen in ihre Schranken zu weisen und deutlich gemacht werden, dass sie im tiefen Wald des Gebiets Timberline nichts, aber auch rein gar nichts verloren haben. Eigentlich wollen wir als Boog wieder nach Hause in die Garage, um dort wieter ein relativ ruhiges Leben zu verbringen, aber der junge Elliott bewirkt schliesslich, dass beide in den Supermarkt einbrechen, erwischt und ausgesetzt werden und nun allein auf sich gestellt sind. Trotz des gemeinsamen Schicksals sind Elliott und Boog nicht gerade ein Dream Team und harmonieren nicht besonders gut, besonders der stolze und zugleich sehr sture Elliott macht es uns nicht gerade leicht. In einer 3 rd Person Ansicht machen wir uns dann aber frisch ans Werk und helfen zahlreichen Tieren aus der Patsche, befreien sie aus ihrer misslichen Lage. Anfangs mochten uns diese oft gar nicht oder traten sehr skeptisch auf, doch durch diesen oder jenen Gefallen sah das letzten Endes dann doch viel freundlicher aus. Wir sammeln zum Beispiel Holz zum Bau eines Damms, um den Bibern auszuhelfen, besorgen einen Regenwurm, um ein Stinktier zufrieden zu stellen, erschreckt und verjagt mit lautem Geschrei die Menschen aus dem Gebiet und bekommt somit in der Tierwelt nach und nach einen grossen Freundeskreis. Zwischendurch gibt es Minispiele, die Abwechslung bringen sollen, lenken bei hohem Tempo in einem reissenden Fluss auf einem Klo (!) nach unten bis ans Ufer, fahren rasant durch eine Mine: trotz der eigentlich sehr ernsten Grundlage, soll der Humor nicht zu kurz kommen. Und klar ist auch, dass das Spiel auf Kinder zugeschnitten ist, so dass das relativ simple Spielprinzip, der fehlende Anspruch und der vergleichsweise niedrige Schwierigkeitsgrad noch halbwegs in Ordnung gehen, schliesslich darf man bei solch einem Spiel wie diesem hier nie die eigentliche Zielgruppe aus den Augen verlieren.

Da wir mal Boog und mal Elliott spielen, ist es logisch, dass wir ab und zu an Stelle gelangen, die nur mit einer Figur zu meistern sind. Boog ist sehr stark, hingegen Elliott sehr schnell ist, weit und hoch springen kann. Wer auf den Gamerscore schielt, eigentlich der einzige Grund, sollte man kein Kind sein, dieses Spiel zu spielen, dann darf man die Wildmarken nicht aus den Augen verlieren, da wir alle einsammeln sollen, um die entsprechenden Achievements abzuhaken. Viele Erfolge wurden hier mit eingebaut, das hatte ich so nicht erwartet, satte 46 an der Zahl sind es schliesslich, welche die 1000 Gamerscorepunkte ausmachen. Ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen, kann gesagt werden, dass diese nicht schwer sind, aber eventuell dann doch ziemlich zeitaufwendig. Fast nichts darf Euch entgehen, so sollt Ihr mit allen Tieren unbedingt Freundschaft schliessen, alle Arten an Marken einsammeln (Blatt, Pilz, Spuren, Eichel, Feder, Blumen, Schmetterling und noch mehr, je 15 P.), weitere sieben geheime Erfolge kommen hier hinzu (je 5 P.), die maximale Wildpunktzahl erreichen (satte 100 P.), alle 15 Wildtaktiken erlernen (immerhin 65 P.), das Abenteuer abschliessen (50 P.) und 25x pro Abschnitt den Abschluss mit der besten Punktzahl ereichen (je 20 P.). Multiplayerelemente und Online-Dinge auf X-Box Live fallen komplett weg, zumindest was die Achievements angeht.

Viele Fallen erwarten jedenfalls sowohl Elliott als auch Boog. Gut ist, dass wir Boog in der Waldschule wieder fit machen und dieser seiner ureigenen Talente weider erlangt, die ihm in letzter Zeit abhanden gekommen waren. Mit der Zeit ist es drin, Bonuspunkte zu verteilen, so dass er auf einmal andere Bewohner des Waldes als effektive Wurfgeschosse gegen die miesen Feinde missbrauchen darf, Stinktiere sich hervorragend als Bomben eignen oder auch mit Heilbeeren auf einmal etwas angefangen werden kann, selbst das Tarnen ist auf einmal kein Fremdwort mehr. Kurzfristig witzig ist das Anschleichen und Verjagen der sich auf der Jagd befindenden Menschen zwecks lautem Geschreis. Leider ist der Abnutzungseffekt sehr gross, sehr schnell tritt Langeweile ein, da wir schon nach kurzer Zeit fast alles schon oft gemacht haben. Bei einem Kinderspiel wie diesem hier darf man das aber nicht zu stark negativ werten, denke ich. Elliott bringt etwas Schwung mit hinein, da er Dosen als Geschosse umfunktioniert, Gasflaschen bei Bedarf in die Luft sprengt. Dass wir auf einem Klo den Stromschnellen eiens reissenden Flusses ausweichen, schrieb ich bereits, dazu gesellt sich das Herunterasen gen Tal als Schneelawine und manch rasantes Wettrennen. Allergisch bin ich nicht im Hinblick auf das simple Gameplay wegen der Zielgruppe, wohl aber, wenn es nach Abzockerei riecht: der ganz schwache und sehr kurze Endkampf, der streng lineare Spielverlauf auch in Bezug auf das Leveldesign (in den weit erscheinenden Arealen gibt es “unsichtbare Mauern”, so dass es dort einfach gar nicht weitergeht) und vor allem die knappe Spieldauer von gerade einmal drei bis maximal vier Stunden sprechen eine ziemlich deutliche Sprache.

Nur wer in den 25 Leveln nicht alle Marken eingesammelt hat, muss nochmal ran, ansonsten sinkt der Wiederspielwert weit nach unten. Ungeachtet jeglicher Bedeutung hinsichtlich der Achievements gibt es einen Multiplayerteil, jedoch sind die Minispiel-Turniere nicht sonderlich aktiv, an denen bis zu vier Mitspieler teilnehmen sollen. Es lassen sich lediglich wenig bedeutsame Galerien freischalten und sowohl Anforderungen als auch Spielidee wenig reizvoll, so dass selbst Kinder vergleichsweise schnell die Lust am dann doch ziemlich abwechslungsarmen Ablauf verlieren. Schade im Grunde um die sehr gute deutsche Synchronisation, zweifellos ein Highlight dieses Spiels. Besonders der “Dialekt” je nach Tierart, die gerade spricht, ist stellenweise witzig und wirkt sympathisch. Dolby Digital 5.1 und 60 Hertz Modus sind auf dieser X-Box 360 Version vorhanden und insbesondere die teils sehr gelungenen Animationen ein Hingucker. Das darf schliesslich doch als stellenweise vorhandene Liebe zum Detail interpretiert werden, wie ich jedenfalls finde. Da dies bei vielen lieblosen Ablegern bekannter Animationsfilme aus dem Kino oft nicht der Fall ist, sammelt “Jagdfieber” hier Pluspunkte, was letzten Endes eine Empfehlung von mir bewirkt. Ich hatte viel Schlimmeres erwartet, wenn ich ehrlich bin.

  6 / 10

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